Autor: Sascha Schieferdecker, letzte Aktualisierung: 21.08.2008
- Geht in einen Verein. Alleine ist es teurer und nicht ungefährlich!
Dort können euch andere Modellflieger bei den ersten Schritten zur Seite stehen. Außerdem solltet ihr eine Versicherung abschließen. Je größer die Modelle, desto höher auch das Verletzungsrisiko bei Unfällen. Die normale Haftpflicht deckt im Regelfall keine Motormodelle mit ab! - Grundlegende Sicherheitsregel: Niemals Personen überfliegen!
- Das erste Modell sollte nicht gleich ein schnelles Jagdflugzeug oder ein Kunstflugzeug sein. Es sollte langsam fliegen und robust sein. Es empfiehlt sich, auf das Querruder zu verzichten und ein Modell zu nehmen, welches durch Höhen- und Seitenruder gesteuert wird.
Z.B. bietet die Firma Multiplex speziell für Einsteiger den Easystar an. Er ist aus einem fast unzerstörbarem Material (Elapor) und gut als Einstiegsmodell geeignet. Als zweites Modell kann man meiner Einschätzung nach den Twinstar oder den Easyglider der Firma Multiplex (ebenfalls aus Elapor) uneingeschränkt empfehlen. Aber auch gutmütige Elektrosegler sind sicherlich zum Einstieg geeignet. - Ein Flugsimulator am PC kann helfen, die Reflexe für die Steuerung aufzubauen. Es gibt neben den kommerziellen Produkten Reflex, Real Flight, Aerofly Professional, Easyfly 2 auch den kostenlosen Simulator FMS. Wer genügend Erfahrung im Simulator sammelt, kann durchaus mit einem Modell mit Querrudern anfangen.
- Auch wenn es mal zu einem Absturz kommt (und das wird es), verliert nicht gleich den Mut. Zwangsläufig wird man sich irgendwann auch mal mit Reparaturen beschäftigen müssen. Je eher man das Reparieren lernt, desto besser.
- Ein elektrisch angetriebenes Modell ist für einen Anfänger meiner Meinung nach besser geeignet. Ein Glühzünder (=Verbrennungsmotor) bringt mit den nötigen Einlauf- und Einstellarbeiten eine weitere Schwierigkeit, die man als Anfänger nicht unbedingt braucht. Entscheidet man sich für einen Verbrennungsantrieb, ist diese Seite sehr hilfreich beim Einstellen und dem Verständnis der Funktionsweise von Glühzündern.
- Oft hilft auch ein Lehrer. Mit einem Lehrer meine ich einen erfahrenen Modellflieger, der einem zur Seite steht. Viele Vereine bieten die Möglichkeit an, als Gastflieger einmal in das Hobby hinein zu schnuppern. Es ist z.B. auch möglich, dass sich Lehrer und Schüler die Steuerung eines Flugzeugs teilen, d.h. der Lehrer gibt dem Schüler per Schalter in Sicherheitshöhe die Kontrolle über das Flugzeug. Wird es brenzlig, kann der Lehrer die Kontrolle wieder übernehmen.
Dies habe ich selbst schon als Lehrer mit Freunden gemacht. So kann man die Steuerung gut erlernen. - Kauft man sich eine Funkfernsteuerung, ist darauf zu achten, welche Frequenzen man benutzt. Für Flugmodelle ist in Deutschland das 35MHZ und das 40MHZ Band vorgesehen. Das 40MHZ Band ist allerdings auch für RC-Cars zugelassen, während das 35MHZ Band explizit für Flugmodelle vorgesehen ist. Aus diesem Grunde ist das 35MHZ Band vorzuziehen.
An einer Funkfernsteuerung bzw. an einem Empfänger zu sparen halte ich nicht für sinnvoll, da die Funkausrüstung auch sicherheitskritisch ist.
Man sollte hier auf die bewährten Hersteller (Graupner, Robbe/Futaba, Multiplex, Hitec, Spektrum) zurückgreifen. Mit der Graupner MX-12 habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht. Diese reicht auch für etwas mehr als die ersten Schritte aus. Ich benutze sie heute immer noch für einige kleinere Modelle und für den Aerofly Simulator am PC.
Zur Funkfernsteuerung muss noch gesagt werden: Ein Reichweitentest ist bei jedem neuen Modell erforderlich, um Störungen auszuschließen.
In letzter Zeit ist auch das 2,4 GHZ Band immer stärker im Kommen. Fast jeder Hersteller hat inzwischen auch Fernsteuerungen im 2,4 GHZ Bereich im Programm. Diese Technologie hat unter anderem den entscheidenden Vorteil, das es nicht mehr zu Kanalüberschneidungen kommt. Hier scheint sich das System von Futaba durchzusetzen, es entspricht auch der zu erwartenden Gesetzgebung. Inzwischen ist die Technologie so weit, dass es sich durchaus lohnt, komplett auf 35MHZ zu verzichten und direkt mit 2,4 GHZ einzusteigen. - Niemals auf einem Modellflugplatz einfach die Fernsteuerung einschalten, es könnte ein anderer Pilot die gleiche Frequenz benutzen. Ein Absturz des Modells ist bei Doppelbelegung des Kanals wahrscheinlich. Bei Verwendung von 2,4 GHZ Technologie ist diese Gefahrenquelle ausgeschlossen.
- Vor jedem Flug die Ruder überprüfen. Schnell hat man mal einen Servo-Anschluss vertauscht oder das falsche Modell in der Fernsteuerung ausgewählt. Wenn man es erst in der Luft merkt, ist es meistens zu spät.